432 Hz – Historisches

In ihrem Kern ist Musik reine Mathematik – berechenbare Luftschwingungen, deren Frequenzen sich nach physikalischen Regeln überlagern. Diese Frequenzen stehen in bestimmten mathematischen Verhältnissen zueinander.

Den Anfang der Frequenzforschung, der Erforschung der Intervalle machte der Philosoph Pythagoras um 500 vor Christus.
Mit einem verschiebbaren Steg teilte Pythagoras die Saite des Monochords beispielsweise im Verhältnis eins zu zwei. Die beiden Saitenabschnitte erklangen fortan im Abstand von genau einer Oktave, dem Grundintervall jeder Musik.

Das war der Startpunkt einer immer experimentell nachprüfbaren Forschung, die heute in einem umfassenden Frequenzmodell dargestellt werden kann: einem Stimmungssystem, das sich auf die Naturtonreihe bezieht und auf 1 Hertz.

Das ist die eine Seite der Realität.
Die andere Seite ist die geisteswissenschaftliche Dimension, die untrennbar mit der 432 Hertz Musik verbunden ist.

570 v. Chr. Pythogoras

Sphärenharmonie

Die Idee der Sphärenharmonien stammt von Pythagoras von Samos oder seinen Anhängern, den Pythagoreern, und bildet ein wesentliches Element der pythagoreischen Kosmologie. Dahinter stand die Überzeugung, dass der Kosmos eine durch mathematische Proportionen optimal geordnete Ganzheit sei und dass sich daher in der Astronomie dieselben Gesetzmäßigkeiten zeigen wie in der Musik.

Als Sphärenharmonie oder Sphärenmusik bezeichnet man die aus der griechischen Antike stammende Vorstellung, dass bei den Bewegungen der Himmelskörper und der sie tragenden durchsichtigen Kugeln (Sphären) Töne entstehen, deren Höhe von ihren Abständen und Geschwindigkeiten abhängt. Die Töne ergeben einen harmonischen Zusammenklang, der jedoch für die Menschen normalerweise nicht hörbar ist.
Platon ließ sich von den Vorstellungen der Pythagoreer, die er schon auf seiner ersten Italienreise 388/387 v. Chr. kennengelernt hatte, zu einem eigenen Konzept der harmonischen Struktur des Kosmos anregen, das er in den Dialogen Politeia und Timaios darlegte. Seine Sphärenharmonie beruht auf acht Tönen, die von den sieben Planetensphären und der Fixsternsphäre ausgehen.

Das ist natürlich Unsinn. Es entstehen keinerlei Töne durch die Bewegungen der Himmelskörper, das ist im luftleeren Raum physikalisch unmöglich.

Nun schauten die Menschen damals und heute auch noch überwiegend immer nach außen. Mit den Sinnen, durch die Augen und Ohren, so denken sie, können sie die Realität erfassen. Nun ist es aber so, dass die Frequenzen, die die Menschen sehen, spüren und hören, diese auch „formatieren“. Die Frequenzen formen den Menschen, der sich den Sinneseindrücken hingibt.

Der Mensch wird ein Abbild seiner Umgebung.

Dadurch verliert er den Kontakt zu seinem wirklichen Wesen, zu sich selbst, er wird zum Klon seiner Umwelt, seiner Welt, der Welt, er ist völlig verweltlicht und wird den Gesetzen der Welt unterworfen.

432 Hertz ist ein Mitglied der geistigen Frequenzfamilie, die den Menschen aus diesem Irrtum befreien kann, wenn er sich seinem eigenen Ich wieder zuwendet, zum Sucher wird.

Er fängt im wahrsten Sinne des Wortes wieder bei 1 an.

Aber recht gehabt in einem bestimmten Sinne hat Pythagoras doch.

Die Überzeugung, dass der Kosmos eine durch mathematische Proportionen optimal geordnete Ganzheit sei und dass sich daher in der Astronomie dieselben Gesetzmäßigkeiten zeigen wie in der Musik ist zwar falsch, aber die Denkrichtung ist richtig.

Eine durch mathematische Proportionen optimal geordnete Realität der Naturobertöne zeigt dieselben Gesetzmäßigkeiten wie die Musik in dem heute erst sichtbarem Stimmungssystem auf der Basis von 1 Hertz.

Nur die Blickrichtung hat sich von Äußeren zum Inneren gewendet, vom Blick auf die Umwelt hin zum Blick auf den Geist.

Insofern ist Pythagoras der erste 432 Hertz – Forscher.

Der Kammerton

Eng verbunden mit der Geschichte von 432 Hertz ist der Kammerton.
Bis in das 19. Jahrhundert hinein gab es keine einheitliche Stimmhöhe, sondern es wurde abhängig von Ort oder Region wie auch nach Art der Musik unterschiedlich eingestimmt. Also gab es auch keine 432 Hertz Frequenz als Bezug. Und wenn, dann wohl eher zufällig.
Die erste Erwähnung von 432 Hertz scheint mir diese zu sein:

(G. Schubring: Theorie und Berechnung der Tonleiter, Zeitschrift für die gesammten Naturwissenschaften, Band 32; Verlag Bosselmann, 1868, Seite 483, 485-486)

Eine noch etwas tiefere Stimmung hat Chladni schon
im Anfange dieses Jahrhunderts vorgeschlagen, indem er nicht
den Ton a als Grundlage benutzte, sondern C; er ging aus
von den relativen Schwingungszahlen, welche für die Octave
des Grundtones den Werth 2, für die höhern Octaven also
4, 8, 16 — 2″ liefern, und er gab im Anschluss daran allen
Tönen C auch absolute Schwingungszahlen welche Potenzen
von 2 sind. Der Ton O erhielt in Folge dessen die absolute
Schwingungszahl 256 und daraus berechnen sich die verschiedenen in dise Octave gehörigen Töne a wie folgt:
die reine Sexte a^ =s 4262/3, die pythagoreische Sexte A^ = 432,
die gleichschwebende Sexte A^ = 430,538.
Wollte man also diese Stimmung in der Musik verwenden…….

Aha, die pythagoreische Sexte also. Also keine eigenständige Frequenz als Grundton, sondern eine Frequenz, die sich auf eine andere Frequenz bezieht. 256 Hz, da haben wir sie: die Bezugsfrequenz von 1 Hertz.
256 Hertz ist ja eine Oktave von 1 Hz.


Chladni