Kammerton C = 128 HZ

Von Intervallen, Tonleitern, Tönen und dem Kammerton C = 128 Hertz

1 HZ ist die natürliche Bezugsfrequenz der heilenden Musik

Dieses Satz ist die Grundlage des natürlich reinen Stimmungssystems.
Dieses Stimmungssystem ist mathematisch – naturwissenschaftlich zu begreifen, kann aber auch für den Lernenden kosmisch-spirituelle Dimensionen entwickeln. Das kommt darauf an, wie weit sich der Erforscher der Frequenzen auf die universelle Wahrheit einlassen möchte.
Wichtig ist: man muss es nicht. Die Musik auf der Basis von 1 HZ (128 HZ ist eine Oktave von 1 HZ) klingt auch ohne theoretisches Wissen. Es ist eben ein natürlicher Klang, da er auf der Naturtonreihe (Obertöne) aufbaut.

Auch das „Heilsversprechen“ von 432 HZ wird in diesem Stimmungssystem eingelöst, ja, selbst die Solfeggio-Frequenzen haben ihren Platz in der kosmischen Gemeinschaft der lebendigen Töne.

Wer sich mit 128 HZ beschäftigt, wird sehr schnell auf Maria Renold kommen. Ihr Buch „Von Intervallen, Tonleitern, Tönen und dem Kammerton C = 128 Hertz“ ist sozusagen die Bibel der 432 Hz und 128 Hz Gemeinschaft. Ihr gebührt zuallererst der Dank der Frequenzforschung.

“ Schon die Antike suchte ihre Tongesetze, harmonischen Beziehungen immer neu zu gestalten. Nicht nur wegen des täglichen Musizierens, sondern weil sie in den Tönen Schicksale der Menschheit finden und ordnen wollte. Und die rechten Töne sollten zum ganzen Kosmos, den Planeten und dem Tierkreis harmonisch stimmen. In unserer Zeit hören, fühlen wir anders. Dieses zum vollen Bewusstsein zu erheben, ist ein viel versuchtes Streben. Erst im Hören, das allein uns als «echter» Maßstab gelten muss; dann im präzisen Klarstellen durch Errechnen des gehörten. In solcher Arbeit erringt sich die Maria Renold die Sicherheit der Unterscheidungen, prüft zahllose hörende Menschen, lässt nicht locker, die Angaben Rudolf Steiners ernst zu nehmen, zu deuten, miteinander zu harmonisieren. „

Maria Renold (1917-2003) verbrachte ihre Kindheit in den USA, wohin ihre Eltern auswanderten, um in New York eine Heileurythmie zu gründen. Sie studierte Eurythmie und später Violine und Viola und tourte mit dem Bush Chamber Orchestra und dem Bush String Quartet. Eine von Renolds tief empfundenen Fragen betraf den richtigen Kammerton. Als sie von Rudolf Steiners Kammertonvorschlag von c = 128 Hz hörte, setzte sie ihn sofort in die Praxis um und experimentierte damit viele Jahre in Amerika und Europa. Sie entdeckte eine neue Methode zum Stimmen des Klaviers, die sowohl die Frequenz C = 128 Hz als auch die Frequenz von A = 432 Hz beinhaltet. Ihr Buch wurde 1985 auf Deutsch veröffentlicht und hat sich zu einem modernen Klassiker der musikalischen Forschung entwickelt.


Aber es gibt noch weitere Vorläufer des Kammerton c = 128 Hz.
Die Variante wurde bekannt als Scientific Pitch.

Joseph Sauveur (1653–1716) und später auch Chladni (1756–1827) machten den Vorschlag einer auf C basierenden Stimmung, und zwar derart, dass eine Frequenz mit einer Schwingungs-Periode von genau einer Sekunde ein C und jeder weitere Ton C jeweils um den ganzzahligen Faktor 2 (eine Oktave) höher sei. Das gegenüber einem C von 1 Hz (C6) um acht Oktaven (Faktor 28) höhere eingestrichene C (c1 oder c′) hätte damit eine Frequenz von 256 Hz (Oktave von 128 HZ).
Dieser Vorschlag fand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch im deutschsprachigen Raum zunehmend Fürsprecher und wurde in namhaften Publikationen wissenschaftlich diskutiert.


GANZ WICHTIG ist das Verständnis der Oktavierung. Der Begriff Kammerton führt oft in die Irre. Eigentlich ist er irrelevant, er bezeichnet nur einen gemeinsamen Stimmungston beim Abstimmen von Musikinstrumenten untereinander.

Eine Oktave bedeutet die Verdoppelung einer Frequenz.
Wenn die Bezugsfrequenz = 1 Hz = eine Schwingung pro Sekunde beträgt, dann hat die erste Oktave 2 x 1= 2 Hz, die zweite 2 x 2= 4 Hz, die dritte 2 x 4 = 8 Hz, die vierte 2 x 8 = 16 Hz, die fünfte 2 x 16 Hz = 32 Hz, die sechste 2 x 32 = 64 Hz, die siebte 2 x 64= 128 Hz und die achte Oktave 2x 128 = 256 Hz.

Oktavreihe: 
0-1-2-4-8-16-32-64-128-256-512-1024-2048-4096-8192-16384-32768 ………

Alle Oktaven einer Bezugsfrequenz sind DER GLEICHE TON.


Maria Renolds Bestreben war es, eine Stimmung für das Klavier zu finden, die auf dem Kammerton C = 128 HZ aufbaut, die aber auch den Kammerton A = 432 HZ aufweist und mit der 12 Durtonarten durchwandert werden kann.
Dies ist ihr mit der Maria-Renold-Stimmung hervorragend gelungen.

Das natürlich reine Stimmungssystem hat nicht den Anspruch, mit einer einzigen Stimmung 12 Durtonarten bespielen zu können.
Auch die Maria-Renold-Stimmung ist letztendlich ein Kompromiss, genauso wie alle anderen Stimmungssysteme.

Das natürlich reine Stimmungssystem folgt der reinen Stimmung.
Damit ist die kompromissbedingte Verstimmung einiger Akkorde hier nicht vorhanden. Der Nachteil der reinen Stmmungaber ist, dass man nicht so einfach durch alle 12 Dur-Tonarten spielen kann.