Musikcomputer – DAW

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In der Wikipedia steht: „Reine Stimmung bei Tasteninstrumenten ist mit dem Problem behaftet, dass immer nur eine begrenzte Anzahl von sauber klingenden Akkorden zur Verfügung steht. Dieses Problem löst die gleichstufige Stimmung, indem sie die unvermeidlichen Unreinheiten gleichmäßig auf alle Tonstufen verteilt, so dass alle Akkorde und Tonarten gleich brauchbar sind. In früheren Stimmungssystemen war dies nicht der Fall, wodurch die Möglichkeit der Modulation zu anderen Tonarten beschränkt war.“

Das trifft für Hardware-Tasteninstrumente zweifellos zu. Für digitale Instrumente gibt es diese Beschränkung nicht.

Darum mache ich Musik mit einem Computer. Aber klar, nicht nur deswegen. Es gibt viele andere Gründe. Aber wenn die reine Stimmung zum Einsatz kommen soll, dann sind digitale Instrumente die erste Wahl.


Die Maschine spielt fast in Echtzeit, ich kann mit einer Latenz von 3 ms ( drei tausendstel Sekunden) gut leben. Latenz ist die Zeit, die vergeht vom Anschlag der Taste bis zum Erklingen des Tons. Das geht nur mit einem schnellen Rechner. 

Zwei Varianten eines Musikcomputers (DAW=digital audio workstation) stehen zur Auswahl: ein Mac oder ein Windowssystem. Da gibt es Glaubenskriege über die Frage, welches System besser geeignet ist, aber es ist ziemlich egal. Teuer ist es in jedem Fall. Eine Windows-Maschine ist nicht billiger als ein Mac, es empfiehlt sich aber immer ein speziell angefertigter Rechner. Das ist ein wirklicher Vorteil der Windows-Variante.

Mein Computer ist eine Spezialanfertigung der Berliner Firma Digital AudionetworX. Als Audio Interface habe ich ein RME-Babyface.

Auf dem Rechner sind zahlreiche digitalen Instrumente installiert, mit denen ich Töne einer völlig neuen Klangwelt erzeugen kann.


Begonnen habe ich mit der Frequenz von 1 Hz. Auf dieser Frequenz habe ich dann die reinen Intervalle aufgebaut. Von da aus habe ich weitere Bezugsfrequenzen erforscht und in Skalen niedergeschrieben. 

Mit der Zeit habe ich das Muster, das System darin gesehen und konnte einen Bezug zur traditionellen Dur- und Moll-Welt, zum Quinten-Quarten-Zirkel herstellen.

Letztlich ist es so: es gibt unendlich viele Bezugsfrequenzen, auf die man eine Tonleiter beziehen kann. Es ist aber sinnvoll, Bezugsfrequenzen zu wählen, die in einem Zusammenhang mit „natürlichen“ oder „geistigen“ oder „wissenschaftlichen“ Prinzipien stehen.
Oder nicht? Macht doch, was ihr wollt – ausprobieren geht über studieren.