Rudolf Steiner über den Ton

„Weder Ton noch Wärme, noch Licht, noch Elektrizität sind Schwingungen, so wenige als ein Pferd eine Summe von Galoppschritten ist.
Ton zum Beispiel ist ein wesenhaftes Quale und die Wirkung dieses wesenhaften Quale beim Durchgang durch die Luft ist: die Schwingung. Für den empfindenden Menschen ist die Schwingung die Veranlassung, in sich das Quale nachzuahmen; darin besteht die Wahrnehmung des Tones. Ähnlich ist es bei anderem: Licht etc.“

Interpretation: der Ton ist quasi eine komplexe Erscheinung mit einer eigenen Identität, ein Energiefeld mit einem Charakter, einer Qualität, einem Lebensausdruck. Dieses sozusagen lebendige Feld tritt als Schwingung in die Realität der physikalischen Welt ein. Das Feld erzeugt eine Resonanz im Hörer, ein Abbild seines Charakters, eine Wirkung mit einer Botschaft.

Von der Eigenqualität des einzelnen Tones und Rudolf Steiners Tonhöhenangabe c = 128 Hz

In dem Buch „Von Intervallen Tonleitern Tönen und dem Kammerton c = 128 Hz“ von Maria Renold geht es in dem Kapitel 14 „Von der Eigenqualität des einzelnen Tones und Rudolf Steiners Tonhöhenangabe c = 128 H“ um den Einstimmton und um die Intonationshöhe der einzelnen Töne einer Tonleiter.

Maria Renold legt ihren Ausführungen eine mündliche Tonhöhenweitergabe von Rudolf Steiner an Kathleen Schlesinger zugrunde: „c = 128 Hz„.

Maria Renolds Zwölf-Quintentöne-Leiter wird immer auf c = 128 HZ oder c = 256 Hz (Oktave ) eingestimmt.

Das heißt:
nicht 432 HZ ist die Leitfrequenz, sondern 128 HZ.
In dem Kapitel geht es aber auch die Eigenqualität von Tönen auf bestimmten Schwingungszahlen, die sich von den Eigenqualitäten anderer Töne grundsätzlich unterscheiden. Damit ist die Wirkung gemeint, ein moralischer Wert, wie der in Marias Buch von ihr in dem Kapitel 14 zitierte Musikhistoriker C. Forsyth meint. In der Musik im antiken Griechenland haben Tonhöhen moralische Eigenschaften wie gut und böse oder tapfer. Es wurde ein Ethos mit der Tonhöhe verbunden.
Und zum Schluss des Zitats steht dann dieser Satz:

„Wir müssen aber wiederholen, dass für den Griechen diese Tonhöhe eine Tonika, das heißt Grundton oder Prim war, nicht eine Tonleiter-Tonhöhe in unserem Sinn.“

128 HZ als Bezugsfrequenz (eigentlich aber 1 HZ als Oktave) und unterschiedliche weitere Bezugsfrequenzen (Tonhöhen) sind die beiden wichtigen Kriterien. Das System der unterschiedlichen Bezugsfrequenzen hat Maria Renold nicht weiter verfolgt. Maria Renolds Bestreben galt immer dem Ziel, eine Stimmung zu finden, in der durch alle 12 Dur-Tonleitern fortgeschritten werden kann, ohne die Bezugsfrequenz zu ändern.

Genau diese beiden Kriterien sind heute in dem Natural Tuning System innovativ und einzigartig verwirklicht. 
Ausgehend von 1 HZ 
und 
fortschreitend in der reinen Stimmung 
ergeben sich 12 Tonleitern, 
die jeweils unterschiedliche Wirkungsweisen haben.